Dokumentation „denkmal aktiv“ 2019/20

DA_19-20

denkmal aktiv – das Schulprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geht am HHGYM in die zweite Runde

Nachdem wir das letzte Schuljahr mit tollen Ergebnissen zu unserem Denkmalprojekt „Alter Schlachthof“ abschließen konnten und die Begeisterung sowohl auf SchülerInnen-als auch LehrerInnenseite hoch war, gehen wir mit voller Motivation und Vorfreude in unser neues denkmal aktiv – Jahr. Dieses Mal nehmen wir in einem Verbund mit vier weiteren Schulen aus Deutschland teil.

Das übergeordnete Verbundthema „Städtische Naturräume – Räume mit vielen Funktionen“ präzisierten wir mit unserem Schwerpunkt „Der Jüdische Friedhof Berlin-Weißensee als Ort des Gedenkens, der politischen und sozialen Begegnung und ein Ort mit stadtökologischer Relevanz“.

Die Klassen 10-1 und 10-2 untersuchen das Kultur- und Gartendenkmal in all seinen Facetten in den Fächern Deutsch, Geschichte/Politik, Geografie, Ethik, Kunst und Musik. Unterstützend wirken die Kunst-AG sowie der Grundkurs Kunst im Jahrgang 11.

Anvisiert ist die Erstellung von Informationsplakaten zu den verschiedenen Funktionen / Aspekten des Jüdischen Friedhofs als (Garten-)Denkmal und Präsentation dieser in einer multimedialen Ausstellung in der Schule, die zum Sommerfest eröffnet werden soll.

Im Folgenden dokumentieren wir unser Projekt im laufenden Schuljahr. Mit Klick auf ein Bild gelangen Sie zu einer Bildergalerie.

 

Auf der Seite von denkmal aktiv kann die Projektbeschreibung und die Dokumentation nebst Arbeitsplan aufgerufen und gelesen werden. Zudem kann man sich auch über andere aktuelle Projekte, die bei denkmal aktiv mitmachen, informieren.

 

Exkursion zum Friedhof

Der Titel klingt vielleicht etwas merkwürdig, doch der jüdische Friedhof ist nicht nur einen Ausflug wert, sondern auch Thema unseres denkmal aktiv – Projekts.

Während der Begehung am Mittwoch, den 21. September 2019 verschafften sich die SchülerInnen einen ersten Überblick über den 42 Hektar großen Friedhof, der teilweise ganz verwunschene überwucherte Bereiche aufweist. Neben einfach gestalteten Grabmalen sind auch recht pompöse und damit beeindruckende Familiengrabstätten und Grabstätten besonderer Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Herbert Baum, Lesser Ury, Rudolf Mosse oder Stefan Heym u.v.m., zu erkunden. Einen Eindruck davon erhaltet ihr mit Klick auf das Bild.

Letztendlich wurden viele Fragen zum und rund um den Friedhof von den SchülerInnen aufgeworfen. Sowohl das jüdische Brauchtum mit seinen Begräbnisritualen als auch historische Kontextfragen und Fragen zu einzelnen Persönlichkeiten beschäftigen die Klassen. Im Unterricht sortierten wir diese Fragen nach Kategorien und legten uns so den Grundstock und Struktur für die bevorstehende „Forschungsarbeit“.

 

 

Heike Pieper

Herbert LohnenBesuch unserer fachlichen Partner

Am 11. September referierte Frau Heike Pieper von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in unserer Klasse zum Thema Denkmäler. Dabei haben wir uns im Speziellen mit Denkmälern in Berlin beschäftigt und klärten zunächst interaktiv, was man unter dem Begriff des Denkmals überhaupt versteht, welche Denkmalarten es gibt und wie diese Denkmäler geschützt werden. Danach erzählte uns Frau Pieper von Projekten, an welchen sie sich beteiligte und davon, wie sie und ihr Mann als sogenannte „Paten“ sich um das Grabmal Wissinger von Max Taut kümmern, welches sie 2004 aufgrund eines Baumschadens restaurierten. Zum Abschluss des Vortrages vertieften wir in Gruppen unser Wissen, indem wir uns mit Zeitschriften von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beschäftigten. Elia von Rosenberg, 10-1

Am Montag, dem 30. September, war Hr. Lohner vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) bei uns. Er ist in der Organisation unter anderem für Naturschutz zuständig. Im Rahmen von denkmal aktiv hat er die beiden teilnehmenden zehnten Klassen weiter über Naturschutz und Denkmalschutz aufgeklärt, wie zum Beispiel die Geschichte des Denkmalschutzes oder was Vereine bzw. Umweltschutzorganisationen für die Erhaltung von Denkmälern machen können. Er hat im Anschluss an Frau Pieper von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am 6.September weitere Fragen rund um Denkmal- und Naturschutz in der Vergangenheit beantwortet. Anton Eichstädt, 10-2

Mit Klick auf die Bilder unserer fachlichen Partner gibt es weitere Eindrücke der Gastvorträge.

 

Starttreffen in EichstaettStarttreffen „denkmal aktiv" in Eichstätt

Mitten im Naturpark Altmühltal gelegen befindet sich die Barockstadt Eichstätt. Hier, genauer gesagt im Holzersaal der Katholischen Universität (KUE), begegneten sich vom 3. bis 5. Oktober 2019 die diesjährigen denkmal aktiv-Teilnehmer der Gruppe Süd zum Austausch erster Ideen. Begrüßt wurden wir nicht nur durch die „denkmal aktiv"-Projektleitung und den Gastgeber Prof. Dr. Wenrich der KUE, sondern auch durch Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus.

Neben Exkursionen, z.B. zum Museum „Das Jurahaus" sowie zu spannenden neuen/alten Buawerken der Stadt und des berühmten Architekten Karljosef Schattner, und der Besprechung von organisatorischen Fragen war ein weiterer Tagesordnungspunkt die Vorstellung der ausgewählten Denkmale sowie die Präsentation der Projektplanung für das gesamte Schuljahr.

Die Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Hertz-Gymnasiums, insbesondere die Klassen 10-1 und 10-2, erforschen im Schuljahr 2019/20 die vielen unterschiedlichen Funktionen des Jüdischen Friedhofs Berlin Weißensee.

Weitere Impressionen des Starttreffens erhaltet ihr mit einem Klick auf das Bild.

 

 

 

 

Workshop im Jüdischen Museum Workshop im Archiv des Jüdischen Museums

Am 13. November 2019 besuchten die Klassen 10-1 und 10-2 nacheinander das Archiv des Jüdischen Museums, um dort jeweils unter professioneller Anleitung einen Workshop mit dem Titel „Archiv meets Jewish Places“ durchzuführen. Nach einer kurzen Einführung ging es rasch an die Arbeit. Aufgeteilt in drei Teams mit jeweils einem Mitarbeiter/ einer Mitarbeiterin widmete sich jede Gruppe der Rekonstruktion von Biografien bereits verstorbener jüdischer Personen. Zur Verfügung standen dafür unterschiedliche Dokumente / Quellen aus dem Archiv, wie zum Beispiel Briefe, Geburts- und Eheurkunden u.v.m. Nachdem die einzelnen Biografien von unseren Schülerinnen und Schülern zusammengesetzt wurden, erstellten sie einen Link auf der Webseite Jewish Places mit den entsprechenden Informationen zur Person. So entsteht im Gesamten sukzessive eine Karte, in der jüdische Bürgerinnen und Bürger mit ihren besonderen Lebensumständen sichtbar gemacht werden - ähnlich wie Stolpersteine, nur in digitaler Form. Neben Ludwig Salinger oder Frieda Behrend wurden noch vier weitere Biografien verortet und sind nun auf der Seite von Jewish Places abrufbar. In der abschließenden Feedbackrunde konnte auf beiden Seiten -WorkshopleiterInnen und SchülerInnen- zufrieden resümiert werden: Es waren ertragreiche und spannende Stunden, von denen man einen kleinen Eindruck mit Klick auf das Bild erhält.