Bericht vom Bundeswettbewerb 2012

Endrunde Bundeswettbewerb Mathematik - Ein Bericht

Am Montag, den 13. 02. 2012 reisten Soni (Viet Son Pham) und ich morgens um 7:30 Uhr vom Hauptbahnhof in Richtung Höchst, einem kleinem Ort im Odenwald nahe Frankfurt am Main.

Wir waren unterwegs zum Bundeswettbewerb Mathematik, um dort in einem einstündigen Gespräch zwei Prüfer von unseren mathematischen Fähigkeiten zu überzeugen. Bis dahin hatten wir beide bereits die ersten beiden Stufen des Wettbewerbs bestanden, womit wir die einzigen Vertreter unserer Schule waren. Unsere gebündelte Intelligenz gepaart mit unserer legendären Aufmerksamkeit reichte jedoch nicht aus, um wie geplant in Hanau umzusteigen, wir fuhren bis nach Frankfurt. Na ja, ich war von Anfang an gegen eine Zugbindung. Wir verpassten daraufhin die offizielle Einführung, konnten aber noch am Mittagessen teilnehmen. Da wir beide jeweils die spätest möglichen Termine bekamen, hatten wir in Folge genug Zeit nervös zu werden und uns vorzubereiten. Außerdem gab es ein Rahmenprogramm, an welchem Soni sich mit Klavierspiel beteiligte, während ich lediglich konsumierte.

Am nächsten Morgen um 10:15 Uhr waren wir dann dran, wobei mein Gespräch mit 15 Minuten Verspätung begann. Die ersten zehn Minuten waren der allgemeine Teil. Da ich bei meinen Interessen Geschichte des 20. Jahrhunderts angegeben hatte, wurde ich zuerst gefragt, welche Bücher ich schon gelesen hätte. Ich machte den Fehler auch das Buch „Preußen ohne Legende“ von Sebastian Haffner anzugeben, wodurch wir zehn Minuten über Friedrich den Großen redeten. Ein Gespräch, in welchem ich nicht wirklich glänzte. Ich weiß aber auch nicht, was Friedrich der Zweite mit dem 20. Jahrhundert zu tun hat. Das restliche Gespräch verlief ganz gut, ich bewies den Cauchy-Integralsatz samt Integralformel, zeigte die quadratische Konvergenz einer Folge und dass die Graphen der nicht trivialen Lösungen der multiplikativen Cauchy-Funktionalgleichung dicht in R² liegen. Da ich mit Verspätung begann und wir nach der Prüfung noch an der frischen Luft waren, verpassten wir auch die Verabschiedung, konnten jedoch abermals am Mittagessen teilnehmen.

Aufgrund eines Betriebsschadens am Zug und einer Evakuierung auf offener Strecke kamen wir mit 120 Minuten Verspätung in Berlin an. Wieder in Berlin erfuhren wir am nächsten Tag, dass es zwei neue Bundessieger in Berlin gab (übrigens beide aus Frohnau): ein Mädchen namens Sophie Spirkl und mich.

Tillman Ritschl, 26.Februar 2012