LITERARISCH-MUSIKALISCHES PROGRAMM 2009
Es ist wohl die stressigste Zeit des Schuljahres, die Monate vor Weihnachten. In jedem Schuljahr scheint das erste Halbjahr kürzer zu werden, sodass sich Klausuren, Tests und Vorträge in schrumpfendem Abstand aneinanderreihen. Umso bemerkenswerter ist es, dass eine Vielzahl Schüler trotzdem die Zeit findet, sich für das jährliche Literarisch-Musikalische Programm zu engagieren. Seit vielen Jahren findet die Aufführung traditionell am letzten Schultag vor Weihnachten statt und zeigt eindrucksvoll, dass mathematikinteressierte Jugendliche ein nicht minder großes Interesse an Kunst und Kultur haben.
Musiklehrerin Marlies Duwe und Deutschpädagogin Marion Zielecke fördern die jungen Talente und erstellten mit den Schülern gemeinsam ein Bühnenprogramm, das vor der gesamten Schülerschaft, den Lehrern und den Eltern aufgeführt wurde.
Bereits seit 15 Jahren gehört der Männerchor des Heinrich-Hertz-Gymnasiums zum musikalischen Höhepunkt, in dem passionierte Schüler aller Jahrgangsstufen ihr gesangliches Können unter Beweis stellen. Als besonderes Highlight bot das Chorensemble einen Surround-Auftritt zum Weihnachtskanon "Ding Dong Bell", bei dem Sänger in jeder Ecke der Schul-Aula das Lied anstimmten und das Publikum zum Mitsingen animierten.
Dass ehemalige Hertz-Schüler regelmäßig zurückkehren, um noch einmal mit dem Männerchor aufzutreten, demonstriert wahrhaftig die große Beliebtheit dieses Musikprojektes.
Neben weiteren umjubelten musikalischen Auftritten, wie dem der Pianistin Lara Hoffmann (Klasse 11), des Gitarristen Ephraim Dusdal oder des Trompetenspielers Robert Schmalz (Klasse 12), bot das kontrastreiche Programm auch schauspielerische Einlagen.
Der unterhaltsame Sketch von Lisa-Marie Böckel, Johanna Klapprogge und Sophie Noack des 9. Jahrgangs parodierte auf humorvolle Weise die panische Suche nach Weihnachtsgeschenken.
Auch die anderen Szenen aus dem ganz normalen Wahnsinn des vorweihnachtlichen Familienalltags - die Sketche von Loriot sind scheinbar unkaputtbar - kamen beim Publikum sehr gut an.
In weitaus klassischere Sphären wurde das Publikum gegen Ende der Vorstellung entführt. Arvid Hofmann und Thanh Duc Dang (13. Jahrgang) inszenierten eindrucksvoll und mit außergewöhnlichem schauspielerischen Talent den Prolog von Goethes meisterhafter Tragödie Faust.
Den beiden gelang es durch ihre authentische Darbietung, auch junge Schüler in den Bann zu ziehen und so in Mephistos Gedankenwelt einzutauchen.
Das Publikum genoss das einstündige Programm und honorierte die großartige Leistung der Schüler und Lehrer mit tosendem Applaus.
Auch in Zukunft wird das Literarisch-Musikalische Programm den Abschluss eines jeden Jahres im Dezember darstellen. Es zeigt jedes Mal aufs Neue, dass mathematisch-naturwissenschaftliche Jugendliche keineswegs einseitig begabt sind und sich hinter dem unscheinbarsten Schüler ein virtuoser Pianist oder Schauspieler verbergen kann. Das Projekt wird durch den persönlichen Einsatz der Lehrer und die große Anzahl motivierter und engagierter Schüler am Leben gehalten - auch wenn der Schulalltag noch so stressig wird.
















